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Rund 900 Menschen mit Essstörungen werden hier jedes Jahr behandelt. Ambulant, kassenfinanziert und über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren. Eingetragen wurde das Unternehmen 2012 als origo Gesundheitszentren GmbH, seit April 2024 firmiert es unter dem Namen seines bekanntesten Angebots: sowhat. Behandelt werden Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab zehn Jahren, an drei Standorten in Wien, St. Pölten und Mödling.
Essstörungen brauchen Zeit, und genau darauf ist das Programm gebaut: engmaschige Termine über Monate, in schweren Fällen über Jahre, bezahlt von der Krankenkasse. Der Verband der privaten Krankenanstalten führt das Haus als die einzige öffentlich finanzierte ambulante Einrichtung dieser Art in Österreich. Begonnen hat alles 1993 als gemeinnütziger Verein. 2013 wurde daraus ein selbständiges Ambulatorium, also eine private Krankenanstalt mit Sitz in Wien-Fünfhaus. Seit 2017 gehört das Unternehmen zur Vinzenz Gruppe, einem der größten privaten gemeinnützigen Gesundheits- und Sozialträger des Landes, in dessen Einrichtungen zum Stichtag 31. Dezember 2025 über 13.000 Menschen beschäftigt waren (vinzenzgruppe.at).
Gearbeitet wird konsequent im Team, und das ist keine Floskel, sondern die Struktur der Behandlung. Eine Psychiaterin oder Allgemeinmedizinerin klärt ab, Psychotherapie und klinische Psychologie übernehmen die Einzelstunden, eine Diätologin begleitet das Essverhalten Schritt für Schritt. Dazu kommen Physiotherapie und Sozialarbeit sowie die Beratung von Angehörigen, denn Eltern und Partner sitzen bei diesem Krankheitsbild regelmäßig mit am Tisch. Neben Einzelterminen laufen Gruppenprogramme, Diagnostik, Prävention und Workshops für ganze Schulklassen. Geführt wird das Haus von Geschäftsführerin Sabina Engler, die ärztliche Leitung liegt beim Psychiater und Psychotherapeuten Christof Argeny.
Für medizinische, therapeutische und diätologische Berufe ist das ein Arbeitsplatz mit ungewöhnlich langem Atem: Man begleitet Patientinnen und Patienten nicht über drei Sitzungen, sondern über Jahre, und sieht, was daraus wird. Das Unternehmen ist klein genug, dass sich alle kennen, und über die Vinzenz Gruppe an eine Organisation angebunden, die Fort- und Weiterbildungen, Zusatzversicherung und Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bereitstellt; ausgeschrieben werden die Stellen über das gemeinsame Karriereportal der Gruppe. Auch Teilzeit ist üblich, zuletzt etwa in der Patient*innenadministration mit 20 bis 25 Wochenstunden. Studierende der Psychologie, Psychotherapie und Diätologie können Praktika absolvieren. Wie viele Menschen insgesamt für das Haus arbeiten, veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Die Wiener Adresse in der Gerstnerstraße liegt wenige Gehminuten vom Westbahnhof entfernt, St. Pölten und Mödling sind ebenfalls mit Öffis erreichbar. Alle drei Standorte sind barrierefrei zugänglich.
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