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Mehr als 300 Gammasonden messen in Österreich rund um die Uhr die Strahlung in der Umwelt. Betreut werden sie von einem Betrieb mit rund 20 Beschäftigten in Spillern im Weinviertel. Die Gihmm GmbH entwickelt, baut und kalibriert dort Messgeräte für Radioaktivität. Präzise messen, damit im Ernstfall früh genug jemand Bescheid weiß: darum dreht sich hier alles.
Angefangen hat das 1973 mit BITT Technology. 2017 übernahmen Adelheid Fochler und Günter Kemminger den Betrieb in einem Management-Buy-out und führen ihn seither als Gihmm GmbH. Die Marke BITT blieb erhalten, und mit ihr die Kundschaft aus vier Jahrzehnten. Nach Angaben des Unternehmens sind weltweit mehr als tausend Messstationen mit dieser Technik installiert, unter anderem bei Instituten und Ministerien. Die Wirtschaftskammer führt Gihmm als frauengeführtes Unternehmen.
Konkret heißt das: Aerosol-Messsysteme saugen Luft an und erkennen darin kleinste Mengen radioaktiver Partikel. Zehn solcher Luftmonitorstationen stehen laut Umweltministerium in grenznahen Regionen Österreichs. Spektrometer wiederum unterscheiden einzelne Radionuklide, womit sich etwa Lebensmittel prüfen lassen. Dazu kommen Radonmessgeräte für Wohnräume, mobile Geräte für den Außeneinsatz und die Software, die die Messwerte zusammenführt.
Ein Schwerpunkt liegt im Kalibrierlabor, seit 2008 nach ISO 17025 akkreditiert. Dort prüft das Team Messgeräte in einem Cs-137-Bestrahlungskanal über einen Bereich von 300 nSv/h bis 10 Sv/h, also über mehr als sieben Zehnerpotenzen hinweg. Geräte anderer Hersteller kommen ebenfalls herein. Wer hier arbeitet, hantiert mit Strahlenquellen und stellt Kalibrierscheine aus, die behördlich anerkannt sind. Das ist Arbeit, bei der eine Nachkommastelle zählt.
Die Berufsbilder verteilen sich entsprechend. Mechatronikerinnen und Elektroniker bauen die Geräte, Softwareentwickler schreiben die Auswertung dazu, Servicetechniker fahren zu den Sonden hinaus, wenn im Feld etwas zu tun ist. Gewerberechtlich reicht die Anmeldung von der Elektronik bis in die Medizingerätetechnik. Für einen Betrieb dieser Größe ist die Bandbreite ungewöhnlich: Entwicklung, Fertigung, Kalibrierung, Software und Schulung liegen unter einem Dach, und wer dazukommt, bleibt selten auf eine einzige Rolle beschränkt.
Eine Tochtergesellschaft, die BITT Tehnologije d.o.o., sitzt in Zagreb. Qualitäts- und Umweltmanagement sind seit 2006 beziehungsweise 2010 zertifiziert. Eine eigene Karriereseite führt das Unternehmen nicht, Bewerbungen laufen über die Adresse in Spillern, keine halbe Stunde nördlich von Wien.
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