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1100 Wien
Österreich

Frequentis AG baut die Kommunikations- und Informationssysteme, über die Fluglotsen, Polizei und Rettungsleitstellen ihre Arbeit koordinieren. Rund 49.000 Operator-Arbeitsplätze weltweit laufen mit dieser Technik, verteilt auf über 550 Kunden. Dazu gehören die Deutsche Flugsicherung, die US-Luftfahrtbehörde FAA, Nav Canada und die NASA. Gegründet wurde das Unternehmen 1947 in Wien, und dort sitzt es bis heute.
Sicherheitskritisch heißt in diesem Geschäft: Ausfall ist keine Option. Wenn ein Notruf in der Leitstelle ankommt oder eine Lotsin ein Flugzeug durch den Anflug führt, muss die Verbindung stehen, und zwar jedes Mal. Genau dafür liefert Frequentis die Systeme. Bei Sprachkommunikation für die Flugsicherung ist das Unternehmen nach eigenen Angaben globaler Marktführer mit rund 30 Prozent Marktanteil. Im Einsatz sind die Lösungen in etwa 150 Ländern, eigene Gesellschaften und Vertretungen unterhält die Gruppe in mehr als 50.
Das Geschäft wächst. 2025 lag der Umsatz bei 580,1 Millionen Euro, ein Plus von 20,8 Prozent und das fünfte zweistellige Wachstumsjahr in Folge, das EBIT stieg um 45,7 Prozent auf 46,8 Millionen Euro (Unternehmensaussendung vom 9. April 2026). Der Auftragseingang erreichte 680,2 Millionen Euro. Weltweit arbeiten rund 2.600 Menschen für Frequentis, gerechnet in Vollzeitäquivalenten, und allein 2025 kamen über 200 Stellen dazu.
Die Belegschaft ist technisch geprägt: Mehr als 75 Prozent der Beschäftigten haben einen MINT-Hintergrund. In der Entwicklung sitzen Softwareingenieurinnen an Leitstellen- und Sprachvermittlungssystemen, bei den Kunden bauen Systemtechniker diese Anlagen in laufende Kontrollzentren ein, oft im Parallelbetrieb, weil der Flugverkehr nicht pausiert. Die Anwendungsfelder reichen von der Flugsicherung bis zur Schifffahrt, ein Fachwechsel ist also möglich, ohne das Haus zu verlassen. Weil die Kunden über die halbe Welt verteilt sind, schreibt Frequentis auf der Karriereseite auch Einsätze im Ausland aus, dauerhaft oder befristet. Für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger gibt es Traineeprogramme. Wo die Rolle es zulässt, ist hybrides Arbeiten möglich.
Seit Mai 2019 notiert die Aktie im Prime Market der Wiener Börse und im General Standard in Frankfurt. Kernaktionär blieb die Familie Bardach, die das Unternehmen 1986 per Management-Buy-out übernommen hatte. An der Spitze steht ein vierköpfiger Vorstand. Wie viele der rund 2.600 Beschäftigten in Österreich arbeiten, weist Frequentis öffentlich nicht getrennt aus. Der Hauptsitz samt Entwicklung liegt unverändert in Wien-Favoriten.
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