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In Lebring südlich von Graz entstehen Cockpits, die nie abheben: AXIS Flight Training Systems baut Flugsimulatoren, in denen Pilotinnen und Piloten ihre Musterberechtigung erwerben und ihr jährliches Training absolvieren. Ein originalgetreu nachgebautes Cockpit auf einem Bewegungssystem, davor eine Sichtanlage mit rund 200 Grad Blickfeld, so sieht ein Full Flight Simulator der Baureihe AX-D aus. Rund 100 Menschen arbeiten hier daran. Gegründet wurde das Unternehmen 2004 von Ingenieuren und Piloten.
Der Anspruch an solche Geräte ist hoch, denn eine Behörde muss jeden Simulator abnehmen, bevor er für die Ausbildung zählt. AXIS baut nach den Vorgaben von EASA und FAA bis hinauf zur Stufe Level D, der höchsten Qualifikationsstufe für Full Flight Simulatoren. Im November 2025 nahm der Geschäftsflugbetreiber Vista America in Columbus, Ohio, den ersten in den USA qualifizierten Level-D-Simulator von AXIS für die Bombardier Challenger 350 in Betrieb; ein zweites Gerät desselben Typs ging an den kalifornischen Trainingsanbieter LOFT. In Europa qualifizierte das Unternehmen den ersten Level-D-Simulator für die Challenger 650. Neben den großen Vollflugsimulatoren gibt es kleinere Geräte wie den Virtual Procedure Trainer für das Einüben von Cockpit-Abläufen und mit AX-D Flex eine Plattform, auf der ein Betreiber mehrere Cockpit-Konfigurationen fahren kann. Kunden sind Airlines, Flugschulen und Trainingsorganisationen sowie Betreiber von Businessjets.
Ein Simulator bringt Berufe zusammen, die sonst selten in derselben Halle stehen. In der Fertigung verkabeln Mechatroniker und Elektrotechniker die Instrumententafeln im Flugzeuginstrumentenbau, nebenan entstehen die Metallstrukturen für Kabine und Bewegungssystem. Auf der anderen Seite rechnen Flight Model Engineers das Flugverhalten der jeweiligen Maschine nach, damit sich der Simulator später anfühlt wie das echte Flugzeug. Dazu kommen Softwareentwicklung, Projektmanagement, technischer Einkauf und der Support nach der Auslieferung. Neun Bereiche listet das Unternehmen auf seiner Karriereseite, und ausgeschrieben sind Stellen quer durch dieses Spektrum, vom Senior Projektmanager bis zur Montage.
Ausgebildet wird im eigenen Haus. AXIS nimmt Lehrlinge in der Mechatronik auf, in der Automatisierungs- oder der Fertigungstechnik, und lässt sie durch mehrere Abteilungen gehen. Die Wochenarbeitszeit liegt bei 38,5 Stunden, ein Homeoffice-Tag pro Woche ist vorgesehen, und der Bahnhof Lebring liegt zu Fuß erreichbar neben dem Werk. Das Qualitätsmanagement ist nach ISO 9001:2015 zertifiziert.
Das Geschäft ist international, auch im Alltag: Neben dem Standort Lebring unterhält die GmbH Büros im ungarischen Pécs, am Flughafen Wien und in Montreal, und sie gehört zur AX Aero Group. Wer an einem Projekt sitzt, hat es regelmäßig mit Kunden und Behörden in Nordamerika und Europa zu tun. Umsatz- und Beschäftigtenzahlen veröffentlicht AXIS nicht im Detail; die Angabe von rund 100 Mitarbeitenden stammt vom Unternehmen selbst (axis-simulation.com, abgerufen am 09.08.2026). Gebaut wird alles in der Steiermark, ausgeliefert wird nach Ohio, Kalifornien und quer durch Europa.
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