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Österreich

LINMAG GmbH hält Schienen im Betrieb, statt sie zu tauschen. Mit eigenen Fräszügen bearbeitet das Unternehmen aus Steyrermühl in Oberösterreich die Fahrfläche von Gleisen und nimmt Risse und Verschleiß in einem einzigen Durchgang weg, beim Fräszug MG31 bis zu 4,0 Millimeter tief. Die Einsätze finden dort statt, wo die Strecken liegen: in Irland, in Deutschland, in Australien. karriere.at führt LINMAG mit 11 bis 30 Beschäftigten, ein überschaubares Team für eine Aufgabe von dieser Reichweite.
Das Prinzip lässt sich in zwei Sätzen erklären. Schienen nutzen sich ab und bekommen an der Fahrfläche Risse, bis sie irgendwann ersetzt werden müssen. LINMAG fährt darüber, trägt die beschädigte Schicht ab und stellt das Profil wieder her, auch auf Brücken, in Tunneln und in Weichen. Während der Fahrt läuft die Messtechnik mit, Längs- und Querprofil ebenso wie Wirbelstrom, damit belegt ist, dass die Fehler tatsächlich verschwunden sind. Wasser braucht das Verfahren keines, und die Frässpäne gehen als Wertstoff zurück in den Kreislauf.
Entstanden ist die Firma 2012, als Linsinger Maschinenbau seine Rail-Service-Abteilung ausgliederte. Linsinger baut seit 1946 in Steyrermühl Fräsmaschinen; beide Unternehmen gehören heute gemeinsam mit Weingärtner Maschinenbau zur AFW-Holding. Für die Arbeit bedeutet das kurze Wege. Die Maschinen, die auf der Strecke stehen, stammen aus dem Nachbarwerk, und LINMAG beschreibt genau diese Nähe zwischen Maschinenentwicklung, Fertigung und Fräseinsatz als seine eigentliche Stärke.
Die Aufträge sind langfristig angelegt. Für Iarnród Éireann betreut LINMAG ein überwiegend eingleisiges Mischverkehrsnetz von 2.733 Kilometern, teils regenerativ auf stark geschädigten Abschnitten, teils zyklisch vorbeugend. Nach den ersten drei Jahren gingen die vorzeitigen Schienenwechsel deutlich zurück, Schienenbrüche wurden seltener. In Deutschland ist der Fräszug MG31 bei der DB Bahnbau Gruppe im Einsatz.
Wer hier arbeitet, sitzt selten nur im Büro. Es braucht Leute, die einen Fräszug bedienen und im Gleis eine Nacht lang durchhalten, und es braucht Messtechnik-Fachleute, die die Wirbelstrom- und Profildaten auswerten und dem Auftraggeber am Ende die Nachweise liefern. Dazu kommt ein technischer Support, den das Unternehmen rund um die Uhr zusagt. Verwaltung und Einsatzplanung sitzen in Steyrermühl, die Auslandsgesellschaften in Naas in der Grafschaft Kildare und in Cremorne bei Melbourne bringen die Einsätze vor Ort auf die Gleise; die australische Tochter besteht seit 2013, die irische seit 2015.
Zu Umsatz und Personalstand veröffentlicht LINMAG selbst keine Zahlen. Auf karriere.at nennt das Unternehmen als Leistungen betriebliche Altersvorsorge, Mitarbeiterprämien und Mitarbeitergeschenke und gibt an, jährlich ein bis fünf Personen einzustellen.
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