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In Pöchlarn an der Donau verlassen täglich rund 470 Tonnen Verpackungsglas die Hallen. Bierflaschen, Weinflaschen, Einmachgläser, Behälter für Lebensmittel: Was hier und im oberösterreichischen Kremsmünster geformt wird, steht später in fast jedem österreichischen Supermarktregal. Vetropack Austria ist der größte Hersteller von Verpackungsglas in Österreich und gehört zur schweizerischen Vetropack-Gruppe. Rund 720 Mitarbeitende nennt das Unternehmen für seine beiden österreichischen Werke (vetropack.com, abgerufen im August 2026).
Das Werk in Pöchlarn ging 1979 in Betrieb, 1985 kaufte es Vetropack, und mit diesem Schritt begann die Expansion der Gruppe über die Schweizer Grenze hinaus. 1993 kam Kremsmünster dazu, eine Glashütte, die schon 1949 als Lutzky Glas gegründet worden war. Zwei Standorte, ein Unternehmen mit Sitz in Pöchlarn. Produziert werden Flaschen für Bier, Wein und Spirituosen sowie Gläser für die Lebensmittelindustrie; unter dem Namen Echovai fertigt Pöchlarn besonders leichte Flaschen, die bei gleicher Stabilität weniger Material brauchen. Innerhalb der Gruppe gilt der Standort als einer ihrer Innovationsschwerpunkte.
Die Arbeit folgt dem Rhythmus der Schmelzwannen, die rund um die Uhr laufen. In der Produktion überwachen Glas-Verfahrenstechnikerinnen und -techniker den Prozess von der Schmelze bis zur fertigen Flasche, in der Instandhaltung halten Elektro- und Metalltechniker die sieben Produktionslinien in Pöchlarn am Laufen. Dazu kommen Qualitätsprüfung, Logistik und Vertrieb. Seit 2018 bildet Vetropack Austria an beiden Standorten selbst Lehrlinge aus, in der Glas-Verfahrenstechnik ebenso wie in Elektro- und Metalltechnik. 2024 eröffnete in Kremsmünster eine neue Lehrwerkstatt, in der Pneumatik, Elektropneumatik und Robotik den Schwerpunkt bilden. Die Lehre mit Matura ist ab dem zweiten Lehrjahr möglich und findet während der Arbeitszeit statt, ohne die Lehrzeit zu verlängern. Ein Auslandspraktikum steht Lehrlingen offen, ein Klimaticket ebenfalls. Wie viele Lehrlinge derzeit im Haus sind, weist das Unternehmen öffentlich nicht aus.
Hinter dem österreichischen Betrieb steht eine Gruppe mit Hauptsitz im schweizerischen Bülach, die zwölf Produktionsstandorte in acht europäischen Ländern betreibt und 3.532 Menschen aus über 50 Nationen beschäftigt. Der Nettoerlös lag zuletzt bei 778,9 Millionen Schweizer Franken. Diese Größe eröffnet Wege über den eigenen Standort hinaus, von der fachlichen Spezialisierung bis zu Aufgaben in anderen Werken. Nachhaltigkeit ist dabei kein Anhängsel, sondern Teil des Produkts: 58 Prozent des eingesetzten Materials sind Altglas, das immer wieder eingeschmolzen werden kann, ohne an Qualität zu verlieren. In Kremsmünster werden zwei Schmelzwannen bis 2028 zu einer größeren, energieeffizienteren Anlage zusammengeführt, die Investitionspläne dafür bestehen unverändert.
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