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Seibersdorf Labor GmbH

Über das Unternehmen

Südlich von Wien, auf dem Technologiecampus Seibersdorf, dreht sich vieles um Messungen, auf die andere bauen müssen. Wie hoch ist die Strahlendosis, der medizinisches Personal ausgesetzt ist? Übersteht die Elektronik eines Satelliten die kosmische Strahlung? Solche Fragen klärt die Seibersdorf Labor GmbH mit rund 194 Beschäftigten.

Das Unternehmen gehört dem AIT Austrian Institute of Technology, der größten außeruniversitären Forschungseinrichtung Österreichs, und arbeitet seit über vier Jahrzehnten am selben Standort. Die Tätigkeiten liegen weit auseinander. In der chemischen Analytik betreibt das Haus das einzige von der WADA akkreditierte Dopingkontrolllabor Österreichs, eines von weltweit rund 35. Ein anderer Bereich stellt Radiopharmaka für die Nuklearmedizin her. Wieder andere Teams prüfen die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten, testen Bauteile für Raumfahrt und Verteidigung oder rechnen den Strahlenschutz für Kliniken und Kraftwerke durch.

Privatkunden gibt es hier kaum. Ein Pharmaunternehmen braucht die Freigabe einer Charge, ein Hersteller von Bahntechnik will seine Bordelektronik auf Störfestigkeit geprüft wissen, dazu kommen Behörden und Spitäler. Eine Aufgabe reicht bis in die internationale Sicherheitspolitik: Das Radionuklidlabor in Seibersdorf war weltweit das erste, das die Organisation des Kernwaffenteststopp-Vertrags 2001 für ihr Überwachungsnetz zugelassen hat. Taucht irgendwo eine verdächtige radioaktive Spur in der Luft auf, lässt sich hier feststellen, ob sie von einer Atomexplosion stammt.

Dass solche Arbeit nach strengen Normen läuft, liegt in der Natur der Sache. Akkreditierung nach ISO/IEC 17025, der Status als GLP-Prüfeinrichtung und die GMP-Zulassung für die Pharmaproduktion bilden die Grundlage. Den Kern der Belegschaft stellen naturwissenschaftliche und technische Berufe. Chemikerinnen und Physiker stehen an den Messgeräten, Labortechniker bereiten Proben auf, Ingenieurinnen bauen Prüfaufbauten. Den Nachwuchs bildet das Haus zum Teil selbst aus. Wer hier arbeitet, teilt die Zeit über Gleitzeit ein und verbringt einen Teil davon zu Hause; dazu kommen eine betriebliche Zusatzkrankenversicherung und eine Pensionsvorsorge. Und die eigene Seibersdorf Academy schult Fachkräfte aus Medizin, Technik und Industrie seit über fünf Jahrzehnten im Strahlenschutz.

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