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In den Hallen in Ober-Grafendorf entstehen Leimholzträger von bis zu 50 Metern Länge. Manche werden über zwei bis drei Stunden unter Druck in Form gebogen, bevor sie auf die Baustelle gehen. Rund 312 Menschen arbeiten hier (noe.ORF.at, Mai 2025) an Tragwerken, die später ein Flughafendach auf den Philippinen tragen oder als Aussichtsturm am Kärntner Pyramidenkogel stehen, über hundert Meter hoch, auf sechzehn elliptisch angeordneten Stützen aus Lärchen-Leimholz.
Der Betrieb im niederösterreichischen Pielachtal wurde 1938 gegründet und hieß lange Glöckel Holzbau. Seit rund fünfzehn Jahren gehört er zur Südtiroler Rubner Gruppe, seit 2012 firmiert er als Rubner Holzbau GmbH mit Sitz in Rennersdorf bei Ober-Grafendorf. Geschäftsführer ist Ing. Gerald Schönthaler.
Gebaut wird, was aus Holz groß werden kann. Hallen für Industrie und Gewerbe, weit gespannte Dächer, Fassaden, dazu Generalunternehmerleistungen von der Planung über die Produktion bis zur Montage. In jüngerer Zeit kommt der mehrgeschossige Wohnbau dazu: Für das Österreichische Siedlungswerk realisiert der Standort mit dem Projekt B.R.I.O. ein großvolumiges Holzbauvorhaben mitten in Wien. Der wesentliche Teil der Arbeit passiert dabei nicht auf der Baustelle, sondern in der Halle. Bauteile werden vorgefertigt, das verkürzt die Montagezeit und macht die Qualität kontrollierbar. Das Rohholz kommt zum Teil aus einem gruppeneigenen Sägewerk in der Nähe von Hartberg.
Ein knappes Drittel des Geschäfts geht ins Ausland (Exportquote 30 %, Stand 31.12.2024). Wer hier arbeitet, hat also gute Chancen, an Projekten weit jenseits der Landesgrenze mitzuwirken, etwa an den Terminals der Flughäfen Mactan Cebu und Clark. Im Rücken steht eine Gruppe mit langem Atem: Rubner wurde 1926 gegründet, wird in dritter Generation von der Familie geführt und beschäftigt rund 1.500 Menschen an 18 Standorten in Italien, Österreich, Deutschland und Frankreich; der Gruppenumsatz lag 2024 bei 417 Millionen Euro. Allein die Holzbausparte zählt über 500 Mitarbeitende an sechs Standorten (Rubner, Mai 2025).
Die Berufsbilder reichen entsprechend weit. In der Produktion steuern Kranfahrer und Maschinenbediener die Anlagen, auf den Baustellen montieren Zimmerer, Spengler und Dachdecker. In den Büros sitzen Projektleitung, Vertrieb und Controlling. Für die Fertigung sind ausdrücklich auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger angesprochen, und die WKO führt das Unternehmen als Lehrbetrieb. Details zu Benefits veröffentlicht die Gruppe nicht gesammelt, die stehen in den einzelnen Ausschreibungen.
In den Standort selbst fließt gerade Geld. Ende Mai 2025 war Spatenstich für einen Ausbau um acht Millionen Euro: neue Büros, zeitgemäße Sozial- und Seminarräume, eine neue Spenglerei, dazu Verkehrs-, Park- und Lagerflächen sowie Ladeinfrastruktur für E-Stapler. Fertig sein soll das Anfang 2026. Ausgeschrieben werden Stellen für Ober-Grafendorf und für den Kärntner Standort Finkenstein.
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