

eww Gruppe
Der Strom für Wels kommt seit 1899 aus dem eigenen Haus. Gegründet wurde das Unternehmen damals, um an der Traun das Kraftwerk Traunleiten zu bauen. Heute versorgt die eww Gruppe die Stadt mit Strom, Gas, Fernwärme und Wasser, baut Photovoltaikanlagen und betreibt eigene Rechenzentren an mehreren Standorten in Österreich. Rund 800 Menschen arbeiten dafür, Eigentümerin ist die Stadt Wels.
Was nach klassischem Stadtwerk klingt, ist ein deutlich breiteres Haus. Unter dem Dach der eww ag mit Sitz in der Stelzhamerstraße arbeiten rund ein Dutzend Geschäftsbereiche, dazu kommen Wels Strom für Netz und Erzeugung sowie die eww Anlagentechnik. Das Fernwärmenetz misst gut 72 Kilometer und wärmt die Wohnungen von etwa 39.000 Welserinnen und Welsern, seit 2022 mit Abwärme aus der Müllverwertung, Biomasse und Sonnenenergie (eww.at, abgerufen 2026-08-01). Über eww ITandTEL betreibt die Gruppe außerdem acht Rechenzentren, fünf davon in Wels, Linz, Marchtrenk, Vösendorf und Salzburg, angebunden über ein eigenes Glasfasernetz und zertifiziert nach ISO/IEC 27001. Die Anlagentechnik wiederum liefert LED-Beleuchtung an rund 800 Städte und Gemeinden.
Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: sehr unterschiedliche Berufe unter einem Firmennamen. Monteure ziehen Leitungen und setzen Photovoltaikanlagen auf Dächer, ein paar Kilometer weiter betreuen Systemadministratorinnen die Server von Firmenkunden. Dazwischen liegen Projektleitung im technischen Anlagenbau, Vertrieb und Kundenservice sowie die kaufmännischen Bereiche. Nachwuchs bildet das Unternehmen selbst aus. Derzeit lernen 58 Lehrlinge in der Gruppe, im September 2025 haben 13 neue in sechs Lehrberufen begonnen. Wer bleibt, kann sich über die eww Akademie, die Projektleiter-Akademie und die Führungskräfteentwicklung weiterqualifizieren.
Die Rahmenbedingungen sind für einen Energieversorger ungewöhnlich flexibel: Gleitzeit, in Teilen eine Vier-Tage-Woche, Homeoffice mit gestellter Ausstattung, dazu 80 Prozent Zuschuss zum Klimaticket und vergünstigter Mitarbeiterstrom. Gewachsen ist das Unternehmen zuletzt kräftig. Vorstandssprecher Florian Niedersüß verweist darauf, dass sich der Umsatz in zehn Jahren verdoppelt und die Belegschaft um knapp 200 Personen auf rund 800 erhöht hat; laufende konsolidierte Umsatzzahlen veröffentlicht die Gruppe allerdings nicht. Aktuell verteilt sich die Belegschaft auf mehr als zehn Adressen im Welser Stadtgebiet. Das ändert sich gerade: In Wels-Maxlhaid entsteht für rund 49 Millionen Euro ein neuer Campus für etwa 600 Beschäftigte, 450 davon in Büros, 150 in Produktion und Technik. Fertig soll er Ende 2027 sein, voll in Betrieb Mitte 2028 (OÖNachrichten, abgerufen 2026-08-01).
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