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Wer sich scheiden lässt, hat meist mehrere Fragen gleichzeitig zu klären: den Unterhalt, die Obsorge für die Kinder, die Aufteilung von Wohnung und Ersparnissen. Genau daran arbeiten Dr. Helene Klaar und Dr. Norbert Marschall in der Prinz-Eugen-Straße 34 in Wien-Wieden. Helene Klaar ist seit 1976 als Rechtsanwältin tätig, seit 2000 führen die beiden ihre gemeinsame Kanzlei.
Familienrecht ist das Kerngeschäft. Ehe- und Partnerschaftsverträge, Kindschaftsrecht, Unterhalt: In der Praxis hängt das eine am anderen, und bei Trennungen von Unternehmerinnen und Unternehmern kommt die Frage dazu, was mit der Firma geschieht. Norbert Marschall hat dafür 2020 an der Universität Wien den Universitätslehrgang "Familienunternehmen und Vermögensplanung" mit einem Master of Laws abgeschlossen; seine Masterarbeit trug den Titel "Die Ehe des Unternehmers". Rund um das Familienrecht bearbeitet die Kanzlei außerdem Erbrecht und Nachfolgeplanung, Arbeitsrecht sowie Miet-, Wohn- und Liegenschaftsrecht. Auch das greift ineinander. Wer sich trennt, muss oft zuerst den Mietvertrag klären.
Wie weit diese Arbeit reicht, zeigt eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2019, die Norbert Marschall erstritten hat: Seither zählen während der Ehe erworbene Mietrechte zum aufzuteilenden ehelichen Vermögen. Eine jahrzehntelange Judikaturlinie änderte sich damit. Marschall ist seit 2005 außerdem eingetragener Mediator und hat 2012 eine Monografie zum Verschuldensprinzip im Scheidungsrecht sowie 2023 einen Buchbeitrag zu Eheverträgen veröffentlicht.
Helene Klaar hat das österreichische Familienrecht über die Kanzlei hinaus mitgeprägt. 1982 verfasste sie im Auftrag der Bundesverwaltung eine Informationsbroschüre zum Familienrecht, die inzwischen in neun Auflagen erschienen ist. Ihr "Scheidungs-Ratgeber für Frauen" liegt bei Linde in vierter Auflage vor. An der Universität Wien leitete sie Lehrveranstaltungen zu Legal Gender Studies. 2004 erhielt sie den Wiener Frauenpreis, 2019 den Käthe-Leichter-Preis für ihr Lebenswerk, 2022 als erste Juristin überhaupt den Marianne-Beth-Preis. Wer hier eintritt, arbeitet also in einer Kanzlei, in der Publizieren und Lehren zum Berufsbild gehören.
Das Team ist klein. Neben den beiden Namenspartnern arbeitet Mag. iur. Natalie Strasser in der Kanzlei. Für Rechtsanwaltsanwärterinnen und -anwärter heißt das kurze Wege: Man sitzt nicht in einer Abteilung, sondern bespricht Akten direkt mit den Partnern und begleitet Verfahren von der ersten Beratung bis zur Verhandlung. Neben den Juristinnen und Juristen trägt die Kanzleiassistenz den Betrieb, ohne die kein Fristenkalender läuft. Eine Mitarbeiterzahl veröffentlicht die Kanzlei nicht.
Die Mandantschaft ist bewusst breit. Im Arbeitsrecht besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer Wien, auf der anderen Seite vertritt die Kanzlei Unternehmerinnen und Unternehmer in Aufteilungs- und Unterhaltsverfahren. Braucht ein Fall Spezialwissen aus einem anderen Rechtsgebiet, greifen Klaar und Marschall auf die Plattform Vienna Law Boutiques zurück, einen Verbund selbstständiger Wiener Kanzleien, und ziehen Fachleute anderer Disziplinen bei. Die Kanzlei ist seit dem Jahr 2000 als Offene Gesellschaft am Standort in der Prinz-Eugen-Straße eingetragen, an der Adresse, an der Helene Klaar schon davor praktizierte. 2023 führte das trend-Ranking sie unter den Top-Anwälten im Familienrecht.
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